Nach einer bisher guten ersten Honigernte scheint sich eine Trachtlücke abzuzeichnen. Darauf deutet unter anderem die zunehmend zu beobachtende Räuberei am Bienenstand hin.

Offene Waben und honigverklebte Werkzeuge werden von den Bienen verstärkt angeflogen, was auf ein nachlassendes natürliches Nahrungsangebot hindeutet.

Beginn der Räuberei bei den Bienen.
In dieser Phase ist es besonders wichtig, am Bienenstand sauber und umsichtig zu arbeiten. Offene Honigquellen sollten vermieden und Waben sowie Werkzeuge nicht unnötig offen stehen gelassen werden. Arbeiten an den Völkern lassen sich am besten in den frühen Morgenstunden oder am späteren Abend durchführen, wenn der Flugbetrieb geringer ist. Dadurch wird die Gefahr von Räuberei zusätzlich reduziert.
Darüber hinaus können jetzt noch Ableger als Reservevölker gebildet werden. Sie dienen als wertvolle Reserve, um mögliche Völkerverluste im nächsten Frühjahr auszugleichen. Gerade in Zeiten verstärkter Räuberei sind Ableger jedoch besonders gefährdet, da sie ihre Vorräte aufgrund ihrer geringeren Volksstärke schlechter verteidigen können. Daher sollten die Fluglöcher der Ableger möglichst eng gehalten werden, um das Eindringen räubernder Bienen zu erschweren.
Auch die Königinnenzucht ist jetzt noch möglich. Die nachgezogenen Königinnen können im Herbst zur Umweiselung verwendet werden und tragen dazu bei, die Völker mit jungen und leistungsfähigen Königinnen in die nächste Saison zu führen.
PS:
Das Abschleudern ist derzeit noch nicht angesagt. Es ist noch mit einer weiteren Honigernte zu rechnen, weshalb zumindest ein Teil der Honigräume vorerst auf den Völkern bleiben sollte. Die Entwicklung der Tracht und der Füllstand der Honigräume sollten dabei weiterhin aufmerksam beobachtet werden.