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Varroa & Co

Bienengesundheit + Bienenkrankheiten + Parasiten

Wir Imker sind gezwungen unsere Bienen gegen Bienenkrankheiten und Parasiten zu behandeln. Der Einsatz von Behandlungsmitteln beschränkt sich hauptsächlich auf die Varroabekämpfung mit 60% Ameisensäure nach der Honigernte. Es gibt noch einige andere Mittel die zur Behandlung von Varroa zugelassen sind.
Nur zugelassene Mittel dürfen verwendet werden.
Antibiotika darf und wird nicht angewendet.
Durch eine gute Völkerführung und einer guten Sachkenntnis um das Thema Bienengesundheit können viele Krankheiten in Schach gehalten werden. Einfach ein Bienenvolk ohne entsprechendes Grundwissen in den Garten zustellen, bringt auch andere Völker in der Nachbarschaft, durch verschleppte Bienenkrankheiten, in Gefahr. Durch die gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Bienensachverständigen, bekommt jeder Imker/in die nötige fachliche Hilfe angeboten.
In einem "Bestandsbuch über die Anwendung von Arzneimitteln bei Bienen" muss jeder Imker/in jegliche Behandlung dem Amtstierarzt nachweisen können.    


Info zu Varroa:

Die Milbe Varroa destructor wurde im Jahr 1977 nach Europa eingeschleppt über befallene asiatische Honigbienen, die Wissenschaftler des Bieneninstitutes Oberursel zu Forschungszwecken nach Deutschland brachten. Die Varroa-Milbe gilt als eine Hauptursache des seit einigen Jahren immer wieder auftretenden seuchenartigen Bienensterbens in Deutschland. Die Milbe schädigt die Brut und überträgt dabei Viren. (zB das Flügeldeformationsvirus) Die Völker werden geschwächt und überleben den Winter nicht. Asiatische Bienen kommen mit der Milbe besser zurecht, sie erkennen und entfernen befallene Brutzellen und gebieten so der Vermehrung des Schädlings im Stock Einhalt. Sie sind in allen Völkern präsent und können sich insbesondere bei Völkerzusammenbrüchen schnell in der Umgebung verbreiten. Maßnahmen zur Vermeidung von Varroaverlusten sind deshalb nicht nur für den eigenen Betrieb wichtig, sondern stellen auch eine Verantwortung für das Tierwohl der Bienen in der Umgebung dar!  Übrigens: Australien ist der einzige Kontinent ohne Varroamilben

  • Die Seite "Varroa Wetter" dient, zur Beurteilungs- und Planungshilfe für Varroazid-Anwendungen.  Nur die Postleizahl für den eigenen Ort eintragen und die Empfehlungen für den Standort werden angezeigt. Der Seitenaufbau dauert etwas länger  Link zu VarroaWetter

Info zu Amerikanische Faulbrut (AFB): 

Die Amerikanische Faulbrut wird durch das Bakterium Paenibacillus larvae verursacht. Das Bakterium bildet sehr widerstandsfähige Sporen aus, über die es sich in der Umwelt verbreitet. Die Sporen bleiben über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte infektiös. Die Infektion erfolgt während der ersten 48 Stunden des Larvenstadiums durch die Sporen, aber nicht durch die vegetative Form des Bakteriums. Die Larven werden nachgewiesenermassen über den Futtersaft infiziert. Sobald die Sporen im Darm der Larven gekeimt sind, produzieren die Bakterien Enzyme und Toxine, mit deren Hilfe sie die Zellwände durchdringen und ins Blut gelangen und die Larve so stark schwächen, dass sie stirbt. Adulte Bienen werden nicht infiziert, können die Krankheit aber übertragen. Es gibt verschiedene Stämme von Paenibacillus larvae mit unterschiedlicher Virulenz.

Die AFB unterliegt der amtlichen Bekämpfung durch das Veterinäramt.
Jeder Verdacht ist dort unverzüglich anzuzeigen. ( meldepflichtig )
Es wird ein Sperrbezirk ausgerufen. Alle Völker im Sperrbezirk müssen dann auf AFB untersucht werden.

Vorbeugen:


Info zur europäischen Faulbrut ( Sauerbrut)

Die europäische Faulbrut, auch Sauerbrut genannte Form wird durch die Bakterien Melissococcus plutonius und Bacillus alvei ausgelöst. Die Europäische Faulbrut (EFB) bricht in der jüngeren, noch offener Brut aus. Dabei werden die Waben, in denen die sogenannten Rundmaden liegen, infiziert. Tiermediziner erkennen die Erkrankung an den wässrig gewordenen, übel riechenden gelblich-weißen Überresten der Maden, die durch das Bakterium absterben. Die sich zersetzenden Larven führen zu einem leicht säuerlichen bis fauligen Geruch im Bienenstock. Daher stammt der Name Sauerbrut. Ein befallener Bienenstock ist eigentlich nicht mehr zu retten. Um eine Ansteckung zu verhindern, muss dann das ganze Volk getötet werden. Im Gegensatz zur Amerikanischen Faulbrut sind kaum aufgebrochene Brutzellen oder löchrige Wachsdeckel zu sehen.

Vorbeugen ist möglich

  • Die beste Vorbeugung gegen die Europäische Faulbrut sind starke Völker. Ausreichende Tracht fördert die Brut und die Entwicklung eines starken, widerstandsfähigen Volkes. Trachtlücken müssen erkannt und notfalls durch Fütterung überbrückt werden. Lieber eine Ernte als ein Volk verlieren.
  • Die Sauerbrut der Bienen ist eine zu bekämpfende und somit meldepflichtige Tierseuche.
  • weitere Infos hier
 

Info zum kleinen Beutenkäfer (Aethina tumida):

Es handelt sich um einen dunkelbraunen, 5–7 mm langer und 3 mm breiter Käfer. Er befällt Honigbienen und Hummeln und ist ein gefürchteter Schädling von Bienenvölkern. Die ausgewachsenen Käfer und Larven fressen Honig, Pollen und bevorzugt Bienenbrut. Sie schwächen das Bienenvolk, der Honig beginnt zu gären und die Waben brechen zusammen. Das befallene Volk wird entweder vernichtet oder verlässt den Bienenstock. Der Kleine Beutenkäfer greift auch das gelagerte Imkereimaterial an. Für Menschen ist er keine Gefahr. Beheimatet ist der Kleine Beutenkäfer in Afrika südlich der Sahara, wo er nur geringe Schäden verursacht. Von dort wurde er u. a. nach Nordamerika, Australien und Ägypten verschleppt. In Portugal wurde er 2004 schnell wieder ausgerottet. 2014 gab es Fälle in Süditalien (Kalabrien und Sizilien). Damit in Deutschland das Auftreten des Kleinen Beutenkäfers zu einem frühen Zeitpunkt entdeckt besser noch verhindert wird, sind sichernde Massnahmen bei Importen sehr wichtig. In Deutschland gab es noch keinen Befall. Daß dies so bleibt liegt im Interesse eines jeden Imkers.
Wir Imker sind gefordert, durch den Verzicht auf Importbienen die Verbreitung dieses Parasiten zu verhindern.
(Bild rechts Beutenkäfer als Larve: bitte nicht verwechseln mit der Wachsmotte im Larvenstadium)


Sonstige Krankheiten

Andere Ursachen:

Bienenkrankheiten erkennen und bestimmen

Nachfolgend soll der Weg zur Diagnose einer krankhaften Erscheinung bei Ihren Bienenvölkern aufgezeigt werden. Es muss jedoch darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine sichere Feststellung der Krankheit oftmals nicht so einfach möglich ist, da die Erscheinungen mehreren Krankheiten zugeordnet werden können oder durch Sekundärkrankheiten nicht eindeutig sind. Die speziell geschulten Bienensachverständigen können dann sicherlich weiterhelfen.