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Bienen füttern: So vermeidet man typische Fehler

Bienen füttern – wann, wie viel und in welcher Form? Das Einfüttern der Bienen im Spätsommer wirft viele Fragen auf: Warum sollten Imker ihre Bienen schon früh im Jahr füttern? Was ist das optimale Futter? Ist ein später Honigeintrag schlecht für die Überwinterung? Wie viel sollte man füttern? Und welche Fehler machen Imker beim Bienen füttern? Antworten gibt Dr. Jens Radtke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf. weiterlesen im Bienenjournal

Sommerpflege

Anstehende Arbeiten im August

  • Jetzt werden die Weichen für das überleben der Völker im Winter gestellt.
  • Erste Varroabehandlung läuft noch bzw. wurde schon abgeschlossen.
  • Nach ca 2-3 Wochen nochmals Varroakontrolle durchführen um den Befallsgrad zu ermitteln (3 Tage Bodenschieber/ölgetränkte Windel einlegen) Es gibt immer wieder Ausreisser am Bienenstand mit erhöhter Varroalast.
  • Nicht vergessen! Bodenschieber nach der Behandlung und der Kontrolle wieder entfernen.
  • Zweite Varroabehandlung Ende August durchführen sh. auch unter Imkerpraxis / Varroa & Co / Varroabehandlungskonzept BW.
  • Räuberei vermeiden durch sauberes Arbeiten am Stand. Alles was nach Honig riecht – ein offenes Bienenvolk - der Sonnenwachsschmelzer - eine vergessene Wabe oder verschüttetes Futter, führt sehr schnell zu Räuberei. Am besten erst abends, nach der Einstellung des Bienenfluges füttern und verschüttetes Futter schnell abwaschen.
  • langsam Füttern damit nicht alle Brutwaben vollgetragen werden. Ein langsamer stetiger Futterstrom fördert die Bruttätigkeit. Eventuell mit Futterteig füttern, da dieser die Futteraufnahme verlangsamt, jedoch für die Bienen wie ein stetiger Futterstrom wirkt.
  • Mittelwände werden zur Wabenerneuerung noch willig ausgebaut.
  • Die Aufzucht der Winterbienen läuft, die Völker pflegen umfangreiche Brutflächen. Entsprechend hoch ist jetzt der Bedarf an Pollen und Futter. Die nun erbrüteten langlebigen Winterbienen ermöglichen erst die Überwinterung des Bienenvolkes.
  • Der Baurahmen kann entfernt werden, sobald sich keine Brut mehr darauf befindet. Bei Dadant kann er zum umtragen des Futters hinter das Schied. Manche überwintern auch mit dem Baurahmen.

Auch schon ans umweiseln denken

  • Durch die laufende Dokumentation in der Stockkarte können potentielle Völker zur Umweiselung erkannt werden.
  • Wenn ein Volk gewissen Kriterien nicht entspricht, sollte im Herbst umgeweiselt werden.
  • Umweislung gelingt am besten im Herbst, da keine Drohnen mehr im Volk vorhanden sind.

Zum Thema umweiseln siehe auch Bienenupdate Nr 16 von 2018 bienenupdate-nr-16-umweiseln-wer-warum-wie-wann/

Keine üppige Frühtrachternte 2019

aktuelle Zahlen zur Frühtrachtumfrage

Das Frühjahr 2019 liefert den Imkern deutschlandweit keine gute Bilanz bei der Honigernte. Das Ergebnis: Nur rund zehn Kilogramm je Bienenvolk im Schnitt aller Imkereien. Nimmt man die heraus, die überhaupt keinen Honig ernten konnten, sind es etwa 15 Kilogramm. weiterlesen im bienenjournal

Ein Imkersprichwort sagt: "Augustbienen sind Winterbienen".

Das bezieht sich allerdings nur auf die zweite Augusthälfte. Von Ende August bis Ende Oktober können wir noch mit über 10.000 Brutzellen rechnen, wenn wir das Brutnest nicht durch eine zu starke Fütterung einengen. In manchen Jahren, vor allem bei einem sehr reichlichen Pollenangebot, können es sogar noch mehr sein. Dies ist aber nicht nur positiv. weiterlesen im Bienenjournal Monatshinweise

Praxistip: Futtermenge im Volk erfassen

  • 1. Erfahrene Imker heben die Beute hinten hoch und die Sache ist klar.
  • 2. "weniger erfahrene Imker" wiegen mit der Kofferwaage die Bienenbeute vorne und hinten und rechnen Gesamtgewicht - Gewicht der Beute = Futtergewicht.
  • Mit der kleinen Exceldatei zum Download geht das Rechnen einfacher.
  • Bienen-Futterrechner
  • Bitte entsprechend die Daten in der Exceldatei anpassen.

Füttern und 1.Varroabehandlung

  • Nach Trachtende ist das Bienenvolk bereits im Wintermodus. Es schlüpfen jetzt schon die langlebigen Winterbienen. Darum ist richtiges Füttern und die erste Varrobehandlung wichtig für starke und gesunde Völker.
  • Arbeitsschritte dann wie folgt:
  • → Abschleudern → geschleuderte Honigräume zum putzen kurz aufsetzen dann über die Bienenflucht abräumen → erste Futtergabe dann erste Varroabehandlung
  • Erste Futtergabe mit 4-5 Kg Flüssigfutter oder 2-3 Kg Futterteig.
  • Wichtiger Unterschied zwischen "Füttern" und "Auffüttern"
  • "aufgefüttert" wird im Herbst (Wintervorrat)
  • "Füttern" ist nach Trachtende angesagt (täglicher Bedarf)
  • Richtiges Füttern bringt starke Wintervölker !
  • Hungernde Völker lösen Räuberei aus.
  • Durch zu viel und zu schnelles füttern wird das Brutnest eingeengt.
  • Königin braucht noch Platz zum Stiften für die Winterbienen.
  • Mit Futterteig und Zuckerwasser werden die Bienen länger beschäftigt und die Futteraufnahme geht langsamer voran. Langsam und dünn füttern wirkt brutfördernd und Mittelwände werden noch willig ausgebaut. (aktuelles Heft 08-19 "Bienen und Natur" guter Artikel zum Thema füttern)
  • Futtervorrat mit 8-10 Kg über den Sommer pro Volk konstant halten. Ableger entsprechend weniger.
  • Bei "Futtertaschen" im Volk muss die Beute zum Füttern geöffnet werden. Bilder zu Futtertaschen
  • Beim "Fütterer" (Futtergeschirr) von oben bleibt die Beute geschlossen (ist einfacher und sauberer).   Bilder zu Fütterer
  • Räuberei vermeiden durch sauberes Arbeiten am Bienenstand, und eher abends füttern.
  • Erfahrungsaustausch im Verein zum Thema "Füttern" ist wichtig.

folgende Futterarten:

zu kaufen:

  • Apiinvert gibt es unter anderem bei Raiffeisen ZG (ca. 85 cent pro Kg)
  • Futter auf Stärkebasis in Singen bei Apinaut (ca. 58-64 cent pro Kg)
  • Futterteig Apifonda bei Raiffeisen und Apinaut (ca. 1,10 -1,25 pro Kg)

Abschleudern und Varroakontrolle angesagt

  • Wie ist der Stand am Stand ?
  • Da kein Waldhonig mehr zu erwarten ist, sollte ans abschleudern gedacht werden.
  • 1-2 Tage über der Bienenflucht die Honigräume aufsetzen und danach die bienenfreien Waben schleudern.
  • Die ausgeschleuderten Honigräume zum putzen und reparieren wieder aufsetzen.
  • Bei moderateren Temperaturen in den nächsten Tagen, den Bodenschieber für 3 Tage einschieben und danach die Varroen auszählen um den Befall einzuschätzen. (in der Stockkarte dokumentieren)
  • Da die Bienen vieler Orts keine großen Mengen Nektar mehr finden können die Honigräume nach ein ein paar Tagen entfernt werden.
  • Nach der ersten Futtergabe von 3-4 Kg sollte die erste Varroabehandlung durchgeführt werden. Bitte über die Seite Varroawetter die Behandlungsempfehlungen beachten.
  • Bei zu heissem Wetter kann je Behandlungsmethode die Behandlung schwierig werden.
  • sh. auch fachinfo 29-2018
  • sh auch Fachinfo fachinfo-24-2018 praxistip/
  • sh auch Bienenupdate 13-2018: varroa-mathematik
  • sh auch Fachinfo 22-2018- Varroa-Bekämpfungsmöglichkeiten Übersicht: fachinfo-22-2018